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Brandschutz-Glastrennwände in der Schweiz: EI-Klassen, VKF-Vorschriften und Systeme im Vergleich

Wo ein Büro an einen Fluchtweg, ein Treppenhaus oder einen anderen Brandabschnitt grenzt, muss die Trennwand eine definierte Feuerwiderstandsklasse erfüllen. Mit Brandschutzverglasung ist das ohne Verzicht auf Tageslicht und Transparenz möglich.

Besprechungsraum mit doppelverglaster Brandschutz-Glastrennwand GSW Office Plus FR
Besprechungsraum mit doppelverglaster Brandschutz-Glastrennwand GSW Office Plus FR

Dieser Beitrag erklärt die EI-Klassen, zeigt, wo die VKF-Brandschutzvorschriften eine Brandschutztrennwand verlangen, und vergleicht die GlassPro-Systeme GSW Office FR und GSW Office Plus FR sowie die Brandschutztüren Urban FR und Timber FR. Er richtet sich an Architektinnen und Architekten, Generalunternehmer, Brandschutzplaner und Bauherren.

Was bedeuten EI15, EI30 und EI60?

Die Feuerwiderstandsklassen folgen der europäischen Norm EN 13501-2, die auch in der Schweiz angewendet wird. Jeder Buchstabe steht für ein Leistungskriterium, die Zahl für die Dauer in Minuten, während der die Anforderung im Brandversuch erfüllt bleibt.

KriteriumBedeutungAnforderung im Brandfall
ERaumabschlussKeine Flammen und heissen Gase auf der brandabgewandten Seite
WBegrenzung der WärmestrahlungStrahlung auf der brandabgewandten Seite unter 15 kW/m²
IWärmedämmungTemperaturanstieg auf der brandabgewandten Seite im Mittel max. 140 K

EI oder EW: der Unterschied in der Praxis

Eine EW-Verglasung hält Flammen und Rauch zurück, lässt aber Wärme durch. Eine EI-Verglasung bleibt auch auf der brandabgewandten Seite so kühl, dass Personen im Fluchtweg daran vorbeigehen können. Für Büro- und Korridorwände wird deshalb in der Regel EI verlangt.

EI-Gläser erreichen diese Leistung mit transparenten Zwischenschichten, die im Brandfall aufschäumen und eine opake Hitzeschutzschicht bilden. Im Normalbetrieb ist das Glas klar.

Welche Klasse für welchen Einsatz?

  • EI15: Innenwände ohne Brandabschnittsfunktion, wenn das Brandschutzkonzept eine geringe Anforderung vorsieht
  • EI30: häufigste Anforderung für Korridorwände an horizontalen Fluchtwegen und für Türen in Brandschutzwänden
  • EI60: Brandabschnitte in höheren Gebäuden oder bei erhöhten Nutzungsrisiken

Die verbindliche Klasse legt das Brandschutzkonzept des Projekts fest, abhängig von Gebäudehöhe, Nutzung und Personenbelegung.

VKF-Brandschutzvorschriften: Wann ist eine Brandschutztrennwand Pflicht?

In der Schweiz gelten die Brandschutzvorschriften der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF), aktuell in der Fassung BSV 2015. Für Trennwände sind vor allem zwei Richtlinien massgebend: VKF-Brandschutzrichtlinie 15-15 (Brandschutzabstände, Tragwerke, Brandabschnitte) und 16-15 (Flucht- und Rettungswege).

Typische Situationen im Büro

  • Wände zwischen Büroräumen und einem horizontalen Fluchtweg (Korridor)
  • Wände und Türen zu Treppenhäusern und Liftvorplätzen
  • Brandabschnittsbildende Wände zwischen Nutzungseinheiten, z. B. zwei Mietern auf einem Geschoss
  • Technik- und Serverräume mit erhöhter Brandlast

Ob und in welcher Klasse eine Wand brandschutztechnisch ausgeführt werden muss, ergibt sich aus dem Brandschutzkonzept und wird im Baubewilligungsverfahren durch die kantonale Brandschutzbehörde geprüft.

VKF-Anerkennung und Brandschutzregister

Bauprodukte mit Brandschutzfunktion werden im VKF-Brandschutzregister geführt. Die VKF-Nummer belegt, dass das System in der geprüften Konfiguration eingesetzt werden darf. Für die Abnahme zählt deshalb nicht nur das Glas, sondern das Gesamtsystem aus Profil, Glas, Dichtung und Befestigung.

Ausblick: Brandschutzvorschriften BSV 2026

Die VKF arbeitet an einer Totalrevision der Brandschutzvorschriften mit risikoorientiertem Ansatz. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens ist noch offen. Bis dahin sind für Neubau- und Umbauprojekte die BSV 2015 massgebend.

Brandschutz und Schalldämmung in einem System: GSW Office FR und GSW Office Plus FR

Beide FR-Systeme gehören zur GSW Office Familie. Sie nutzen dieselbe Formensprache wie die Standardwände, sodass Brandschutz- und Normalbereiche auf einem Geschoss einheitlich aussehen.

GSW Office FR: Einfachverglasung EI15 bis EI60

GSW Office FR ist die Brandschutzvariante der Einfachverglasung. Das System erreicht Feuerwiderstand von EI15 bis EI60 und eine Schalldämmung von Rw 42 dB. Die Profile sind deutlich schlanker als bei üblichen Brandschutzwänden, der Glasanteil bleibt hoch.

GSW Office Plus FR: Doppelverglasung EI30 und EI60

GSW Office Plus FR kombiniert Brandschutz mit Doppelverglasung. Mit EI30 oder EI60 und Rw bis 53 dB eignet sich das System für Konferenzräume, Direktionsbüros und Atrien an Brandabschnittsgrenzen.

Vergleich: GSW Office FR und GSW Office Plus FR

GSW Office FRGSW Office Plus FR
VerglasungEinfachDoppelt
FeuerwiderstandEI15 bis EI60EI30 und EI60
SchalldämmungRw 42 dBRw bis 53 dB
Typischer EinsatzKorridorwände, BüroreihenKonferenzräume, Direktion, Atrien
Passende BrandschutztürUrban FR, Timber FRUrban FR, Timber FR

Wer keine Brandschutzanforderung, aber höhere Akustik braucht, findet in GSW Office Plus bis Rw 57 dB. Mehr zu Schalldämmwerten: Akustik.

Brandschutztüren EI30: Urban FR und Timber FR

Türen in Brandschutzwänden müssen in der Regel selbstschliessend sein und dieselbe Feuerwiderstandsklasse wie die Wand erreichen, häufig EI30.

Urban FR: Aluminium-Glas EI30

Urban FR basiert auf dem schlanken Aluminiumrahmen der Urban-Türfamilie. Die Tür fügt sich optisch in GSW Office FR und Plus FR ein.

Timber FR: Holz-Glas EI30

Timber FR verbindet eine Holzoberfläche mit Brandschutzverglasung. Die Tür eignet sich für Projekte, in denen Holz als Gestaltungselement gewünscht ist.

Beide Modelle: Brandschutztüren Urban FR und Timber FR.

Planung: Nachweise, Dokumentation und BKP-Zuordnung

Brandschutzverglasungen werden früh in der Planung festgelegt, weil Klasse, Abmessungen und Anschlüsse das Gesamtsystem bestimmen. Nachträgliche Änderungen am geprüften Aufbau sind nur eingeschränkt möglich.

Was Planer und GU für die Bewilligung brauchen

  1. Feuerwiderstandsklasse je Wand und Tür aus dem Brandschutzkonzept
  2. VKF-Anerkennung des Systems in der geplanten Konfiguration
  3. Maximale Elementgrössen und zulässige Anschlüsse (Decke, Boden, Massivwand)
  4. Akustikdatenblätter, wenn neben Brandschutz Schalldämmwerte gefordert sind
  5. Übereinstimmungserklärung und Montagedokumentation für die Abnahme

GlassPro stellt CAD-Blöcke, Akustikdatenblätter und technische Unterlagen für die Planung bereit und begleitet das Projekt von der Vermessung bis zur Montage.

Für Planer: Technische Unterlagen, Akustikdatenblätter und CAD-Blöcke zu GSW Office FR und GSW Office Plus FR erhalten Sie auf Anfrage. Unterlagen anfordern

BKP-Zuordnung in der Ausschreibung

Glastrennwände werden in Ausschreibungen üblicherweise unter BKP 277 (Elementwände) geführt. Brandschutz- und Schallschutzanforderungen werden je nach Projekt als eigene Positionen ausgewiesen.

Was kostet eine Brandschutz-Glastrennwand?

Brandschutz-Glastrennwände liegen preislich über Standard-Glastrennwänden (GSW Office ab CHF 250 pro m² inklusive Montage), weil Brandschutzglas, geprüfte Profile und Dichtungen aufwendiger sind. Der Preis hängt vor allem ab von:

  • Feuerwiderstandsklasse: EI60 erfordert dickere Brandschutzgläser als EI30
  • Verglasung: Einfach- oder Doppelverglasung
  • Türen: Anzahl der Brandschutztüren und Beschläge (Selbstschliesser, Panikfunktion)
  • Masse: Elementgrössen und Raumhöhe
  • Anschlüsse: an Decke, Boden und angrenzende Bauteile

Für eine belastbare Offerte genügen Grundriss, Brandschutzkonzept oder geforderte Klassen sowie die gewünschten Schalldämmwerte.

Häufige Fragen zu Brandschutz-Glastrennwänden

Was ist der Unterschied zwischen EI30 und EI60?

Die Zahl gibt an, wie viele Minuten die Wand Raumabschluss und Wärmedämmung im Brandversuch gewährleistet. EI60 hält doppelt so lange stand wie EI30 und wird für Brandabschnitte mit höheren Anforderungen eingesetzt.

Kann eine Brandschutz-Glastrennwand gleichzeitig schalldämmend sein?

Ja. GSW Office FR erreicht Rw 42 dB, GSW Office Plus FR bis Rw 53 dB.

Sieht eine Brandschutzwand anders aus als eine normale Glastrennwand?

Die FR-Systeme von GlassPro nutzen dieselbe Formensprache wie GSW Office. Brandschutz- und Normalbereiche lassen sich auf einem Geschoss einheitlich gestalten.

Welche Vorschriften gelten in der Schweiz?

Massgebend sind die VKF-Brandschutzvorschriften BSV 2015, insbesondere die Richtlinien 15-15 und 16-15. Die Anforderungen im konkreten Projekt legt das Brandschutzkonzept fest.

Braucht auch die Tür eine Brandschutzklassifizierung?

Ja. Türen in Brandschutzwänden müssen die geforderte Klasse erreichen und sind in der Regel selbstschliessend. GlassPro bietet dafür Urban FR und Timber FR in EI30.

Kann eine bestehende Glastrennwand nachträglich brandschutztechnisch aufgerüstet werden?

Nein, der Feuerwiderstand gilt nur für das geprüfte Gesamtsystem. Bestehende Wände ohne Klassifizierung werden durch ein FR-System ersetzt.

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Aktualisiert am 15.10.2026 · Redaktion GlassPro

Quellen und Normen

Martin Mzyk, Geschäftsführer Verkauf bei GlassPro

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