Glastrennwand-Systeme wie GSW Office werden nicht abgebrochen, wenn der Mieter wechselt: Profile, Glasscheiben und Türen sind geklemmt und verschraubt, lassen sich demontieren und bei gleicher Raumhöhe an einer neuen Achse wieder montieren. Wer Raster, Elementhöhen und Elektroanschlüsse von Anfang an darauf auslegt, baut einen Ausbau, der mehrere Mieter überlebt.

Ein Büroausbau lebt selten länger als der Mietvertrag. Danach kommt ein neuer Mieter mit anderen Teams, anderen Raumgrössen und anderen Anforderungen. In vielen Gebäuden heisst das: Trennwände abbrechen, entsorgen und neu erstellen. Dieser Beitrag zeigt, was mit Glastrennwänden beim Mieterwechsel passiert, welche Teile wiederverwendbar sind und wie Sie einen Ausbau so planen, dass er den zweiten und dritten Mieter überlebt. Er richtet sich an Eigentümer, Asset und Facility Manager sowie Architektinnen und Architekten.
Was beim Mieterwechsel mit Trennwänden passiert
Leichtbauwände aus Gipskarton werden verspachtelt, gestrichen und fest mit Decke und Boden verbunden. Beim Umbau werden sie abgebrochen, das Material ist danach Abfall. Danach folgen Flickarbeiten an Decke, Boden und Anschlusswänden.
Glastrennwand-Systeme bestehen aus Aluminiumprofilen, Glasscheiben, Dichtungen und Türen. Die Teile sind geklemmt und verschraubt, nicht verspachtelt. Das System GSW Office ist so konzipiert, dass Wände umgebaut werden können, ohne weitere Teile nachzurüsten. Die integrierten Glashalter sorgen für eine schnelle Montage und weniger Abfall.
Vier Umbau-Szenarien im Vergleich
| Szenario | Leichtbauwand | Glastrennwand-System |
|---|---|---|
| Raum teilen | neue Wand stellen, spachteln, streichen, Elektro nachziehen | neue Achse mit Elementen im bestehenden Raster ergänzen |
| Raum vergrössern | Wand abbrechen, Decke und Boden flicken, entsorgen | Elemente demontieren und an der neuen Achse wieder montieren |
| Tür versetzen | Ausschnitt, neue Zarge, Wand schliessen, streichen | Tür- und Glaselement tauschen die Position |
| Wand entfernen | Abbruch und Entsorgung | Demontage, Einlagerung oder Wiederverwendung im Gebäude |
Voraussetzung ist eine gleichbleibende Raumhöhe. Glasscheiben werden auf Mass gefertigt, eine andere Elementhöhe braucht neue Scheiben.
Was wiederverwendbar ist und was nicht
- Aluminiumprofile: demontierbar und bei gleicher Höhe wiederverwendbar. Am Ende der Nutzung ist Aluminium vollständig rezyklierbar.
- Glasscheiben: bei gleichem Mass wiederverwendbar. Vorgespanntes Glas (ESG) lässt sich nach dem Vorspannen nicht mehr zuschneiden, ein neues Mass braucht eine neue Scheibe.
- Türen: komplette Türelemente lassen sich an einer neuen Position einsetzen.
- Dichtungen: Verschleissteile, beim Umbau ersetzen.
- Installationspaneel: Lichtschalter, Raumbuchungs-Tablets und Zutrittsleser sitzen in einem Aluminiumpaneel von 140 oder 220 mm Breite und ziehen mit dem Element um.
Kosten über den gesamten Lebenszyklus
Beim Vergleich zwischen Leichtbau und Glas werden meist nur die Erstellungskosten betrachtet. Für Eigentümer zählt, was die Wand über die gesamte Haltedauer kostet. Ein einfaches Modell:
Kosten über die Haltedauer = Erstellung + (Anzahl Umbauten × Kosten pro Umbau) + Entsorgung
Bei Leichtbau enthält jeder Umbau Abbruch, Entsorgung, Neubau und Malerarbeiten. Bei einem Glastrennwand-System enthält er Demontage, Montage und Ersatz einzelner Teile. Je häufiger die Fläche umgebaut wird, desto stärker verschiebt sich der Vergleich. Für eine konkrete Rechnung brauchen Sie drei Angaben: Haltedauer, erwartete Mieterwechsel und die Fläche, die pro Wechsel umgebaut wird. Richtpreise pro m² für beide Bauweisen: Glastrennwand oder Trockenbauwand?
Sechs Regeln für einen Ausbau, der den nächsten Mieter überlebt
- Raster festlegen: Wandachsen auf Fassaden- und Deckenraster abstimmen. So passen Elemente auch nach einer Umplanung.
- Standardhöhen halten: Gleiche Elementhöhen auf der ganzen Etage machen Scheiben untereinander austauschbar.
- Deckenanschluss bewusst wählen: Ein Anschluss an die abgehängte Decke ist flexibler. Schall kann dann aber über den Deckenhohlraum übertragen werden. Für vertrauliche Räume braucht es ein Schott oder einen Anschluss an die Rohdecke. Mehr dazu: Büroakustik mit Glastrennwänden.
- Elektro ins Installationspaneel: Schalter und Leser nicht in Leichtbauwände setzen, sondern in Paneele, die mit dem Element umziehen.
- Boden schonen: Ein Bodenanschluss, der den Bodenbelag möglichst wenig verletzt, vereinfacht den Rückbau. Klären Sie den Anschluss vor der Montage mit dem Eigentümer.
- Dokumentieren: Elementliste mit Massen, Glasaufbau und Türtyp sowie Ausführungspläne an den Eigentümer übergeben. Der nächste Umbau startet dann mit einer Bestandsaufnahme, nicht mit einem Aufmass.
Brandschutzwände beim Umbau
Eine Brandschutzklassifizierung (zum Beispiel EI30) gilt für den geprüften Aufbau aus Profil, Glas, Tür und Anschluss. Wird eine Wand des Systems GSW Office FR versetzt, muss der Aufbau wieder dem klassifizierten System entsprechen. Planen Sie Umbauten an Brandschutzwänden deshalb immer zusammen mit dem Systemanbieter und dem Brandschutzverantwortlichen des Gebäudes. Hintergrund: Brandschutzglas Schweiz.
Rückbaubarkeit als Nachhaltigkeitskriterium
Bei Neubau und Sanierung zählt zunehmend, wie viel Material ein Ausbau verbraucht und ob es später wieder in den Kreislauf zurückfindet. Bewertungssysteme wie SNBS oder Minergie-ECO betrachten unter anderem graue Energie und Rückbaubarkeit. Eine demontierbare Trennwand mit dokumentierten Bauteilen ist dafür ein konkreter Beitrag, den Sie im Nachhaltigkeitsbericht belegen können.
Häufige Fragen zu Glastrennwänden beim Mieterwechsel
Kann eine Glastrennwand demontiert und wieder aufgebaut werden?
Ja. Profile, Glasscheiben und Türen sind geklemmt und verschraubt und lassen sich demontieren. Bei gleicher Raumhöhe können sie an einer neuen Position wieder montiert werden.
Kann ich Glasscheiben bei einer anderen Raumhöhe weiterverwenden?
Meist nicht. Vorgespanntes Glas lässt sich nach dem Vorspannen nicht mehr zuschneiden. Für eine neue Höhe braucht es neue Scheiben, Profile und Türen bleiben in vielen Fällen nutzbar.
Muss ich beim Auszug die Trennwände zurückbauen?
Das regelt der Mietvertrag. Viele Verträge enthalten Bestimmungen zum Rückbau von Mieterausbauten. Klären Sie das vor der Planung mit dem Eigentümer, denn eine demontierbare Wand vereinfacht beide Varianten.
Wer plant den Umbau einer bestehenden Glastrennwand?
Am einfachsten der Systemanbieter, der Elemente, Glasaufbau und Türen kennt. Senden Sie uns Grundriss und Raumprogramm, dann zeigen wir, welche Elemente bleiben, welche wandern und was neu dazukommt.
Gilt das auch für Brandschutz-Glastrennwände?
Ja, mit einer Einschränkung: Nach dem Umbau muss der Aufbau wieder dem geprüften und klassifizierten System entsprechen.
Umbau planen
Steht ein Mieterwechsel an oder planen Sie einen Ausbau, der flexibel bleiben soll? Senden Sie uns Grundriss und Raumprogramm. Wir zeigen, welche Elemente bleiben, welche wandern und was neu dazukommt.
GlassPro: Glastrennwände, Türen und Glasgeländer. Planung, Lieferung und Montage aus einer Hand, schweizweit.
Aktualisiert am 18.10.2026 · Redaktion GlassPro
